Bischöfe beschließen "synodalen Weg" zu Sexualmoral und Zölibat

Der Studientag „Die Frage nach der Zäsur – zu übergreifenden Fragen, die sich gegenwärtig stellen“, an dem die deutschen Bischöfe zu Konsequenzen aus der MHG-Studie beraten haben, hat diese Vollversammlung maßgeblich geprägt. Weitere Themen waren unter anderem Fragen zu Flucht und Migration sowie die bevorstehende Veröffentlichung einer Arbeitshilfe zu den Herausforderungen des Populismus. Zudem haben sich die Bischöfe mit dem Weltjugendtag in Panama im Januar 2019 befasst.

Die deutschen katholischen Bischöfe haben einen „verbindlichen synodalen Weg“ zur Aufarbeitung und Aufklärung der Missbrauchsfälle beschlossen. Diese strukturierte Debatte werde gemeinsam mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) organisiert, sagte Kardinal Reinhard Marx zum Abschluss des Frühjahrstreffens der Bischofskonferenz am Donnerstag in Lingen. Themen seien der „nötige Machtabbau“ bei den Klerikern, der Zölibat und die Sexualmoral der Kirche.

Die Sexualmoral der Kirche habe entscheidende Erkenntnisse aus der Theologie und Humanwissenschaften noch nicht rezipiert, so Marx. Die personale Bedeutung der Sexualität finde bislang keine hinreichende Beachtung. „Wir spüren, wie oft wir nicht sprachfähig sind in den Fragen an das heutige Sexualverhalten“, betonte der Konferenz-Vorsitzende.

Weiter sagte Marx, dass die Lebensform der Bischöfe und Priester Änderungen erfordere. Den Zölibat schätzten die Bischöfe aber als „Ausdruck der religiösen Bindung an Gott“. Inwieweit er aber zum Zeugnis des Priesters immer gehören müsse, „werden wir herausfinden“.

Die Fälle klerikalen Machtmissbrauchs verrieten das Vertrauen von Menschen auf der Suche nach Halt und religiöser Orientierung, führte Marx aus. „Was getan werden muss, um den nötigen Machtabbau zu erreichen und eine gerechtere und rechtlich verbindliche Ordnung aufzubauen, wird der synodale Weg klären.“ Der Aufbau von kirchlichen Verwaltungsgerichten gehöre dazu.

Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck zeigte sich zufrieden mit den Ergebnissen der Beratung. „Es ist gut, dass wir uns jetzt gemeinsam mit vielen Gläubigen auf einen synodalen Weg machen“, so der Ruhrbischof. Es gehe hierbei um Themen mit hoher Brisanz und Relevanz. „Ziel muss es sein, gute Ergebnisse zu erzielen, die auch als Stellungnahme der deutschen Katholiken nach Rom weitergetragen werden können.“

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